Geschichtlicher Einblick

Durch seine strategisch gute Lage im Mittleren Osten blickt Zypern auf eine ereignisreiche Geschichte zurück und wurde bereits zum Ziel einiger Weltmächte. Die Insel wurde kolonialisiert und war Teil des Reichs der Assyrer, der Perser und Ägypter. Vor der Annexion durch Rom im Jahre 58 v. Chr., kolonialisierten auch die Phönizier, Achäer und Griechen dieses einmalige Land.

Während der Jungsteinzeit wurde Zypern zum ersten Mal dauerhaft besetzt.

Die ersten jungsteinzeitlichen Siedlungen stammen aus dem 9. Jahrtausend v. Chr. Und wurden von Siedlern aus Syrien errichtet. Das berühmteste dieser jungsteinzeitlichen Dörfer ist Khirokitia bei Kalavassos auf der südlichen Inselseite. Seit der Bronze-Zeit versorgte Zypern den östlichen Mittelmeerraum mit Kupfer. Ende der Bronze-Zeit entstanden Handelszentren, wie beispielsweise die Stadt Enkomi, die in engem Kontakt zur Levante standen.

Bei den Hittites und den Ugarit war Zypern (oder zumindest ein Teil der Insel) als Alašija bekannt. Gegen 1200 v. Chr. stand die Insel unter mykenischem Einfluss und Keramik aus lokaler Produktion sicherte einen regen Handel in der Levante. Im Anschluss daran lag Zypern im Einflussbereich der Assyrer, Ägypter und Perser. Schritt für Schritt erlangte das Königreich von Salamis die Herrschaft über die Insel. Im Jahr 332 v. Chr. wandten sich die Könige Zyperns an Alexander den Großen und somit wurde Zypern in sein Reich integriert. Nach dem Zerfall des Reichs von Alexander dem Großen, gehörte Zypern dem hellenistischen Staat der Ptolemäer an.

58 v. Chr. fiel die Insel schließlich unter römische Herrschaft. Bis in das Jahr 1184 blieb Zypern Römisch und Ost-Römisch / Byzantinisch, gegen Ende unter König Isaac Comnenus. Die Kreuzritter und die aus Frankreich stammende Familie Lusignan regierten die Insel bis 1489. Bis zum Jahr 1571 gehörte die Insel der venezianischen Republik an und anschließend dem osmanischen Reich. Im Jahr 1878 wurde die Insel vom osmanischen Reich an Großbritannien verpachtet, das im Gegenzug Unterstützung gegen Russland zusagte. Als das osmanische Reich auf Seiten der Zentralmächte in den Ersten Weltkrieg (1914) eintrat, wurde die Insel von den Briten annektiert, doch stand sie bis zum Inkrafttreten des Vertrags von Lausanne im Jahr 1923 formell noch unter türkischer Herrschaft. 1925 wurde Zypern zu einer Kronkolonie. Durch das Abkommen von Zürich zwischen Großbritannien, Griechenland und der Türkei wurde die Insel am 16. August 1960 schließlich unabhängig.

Nachdem Unruhen und Spannungen zwischen den verschiedene ethnischen Gruppen die Insel erschütterten, wurden UN-Friedenstruppen in Zypern stationiert (UNFICYP), um für Stabilität und Sicherheit zu sorgen und eine Eskalation des Konflikts auf Zypern zu verhindern. Diese Bemühungen waren jedoch nicht erfolgreich. Mithilfe der griechischen Junta kam es im Jahr 1974 zu einem Staatsstreich und der Präsident Makarios wurde gestürzt. Die nationalistisch-orientierten Organisatoren des Umsturzes zielten auf eine Annexion durch Griechenland ab. Auf Grund von Pogromen und ethnischen Säuberungen und um der Rolle des Garanten und Beschützers aller türkischen Inseln gerecht zu werden, intervenierte die Türkei und sicherte den nördlichen Teil Zyperns durch einen militärischen Einsatz. Der UN-Sicherheitsrat bekräftigte in seinem Beschluss 353 die Integrität und Unteilbarkeit der Insel und forderte einen sofortigen Abzug der türkischen Truppen. Am 16. August 1974 wurde ein Waffenstillstand unterzeichnet, dessen Einhaltung seither durch die UN-Friedenstruppen sichergestellt wird.