TRNC Geschichte

Geschichte der Türkischen Republik Nordzypern

Im Jahr 1983 wurde der von der Türkei kontrollierte nördliche Teil der Insel zur Türkischen Republik Nordzypern (Turkish Republic of North Cyprus – TRNC) ernannt. Jedoch erklärte der UN-Sicherheitsrat in ihrem Beschluss 541, dass diese Ausrufung einen Verstoß gegen das internationale Recht darstelle. Bis heute ist die Türkei der einzige Staat, der die Türkische Republik Nordzypern anerkennt. Im Jahr 2003 wurde die Grenze zwischen den beiden Teilen des Landes zum ersten Mals durchlässig, als am 23. April 2003 das Überqueren der Grenze erlaubt wurde und nun beide ethnischen Gruppen die Möglichkeit hatten, den anderen Teil der Insel zu besuchen. Jedoch scheiterte 2004  der Annan-Plan zur Wiedervereinigung am Referendum des griechischen Teils von Zypern. Wenn der Plan im südlichen Teil angenommen worden wäre, würde die Insel heute offiziell die Vereinte Republik Zypern (United Cyprus Republic of Cyprus) heißen. Der türkischsprachige Teil im Norden, der nun Türkische Republik Nordzypern heißt, hätte den Namen türkisch-zyprischer Staat (Turkish Cypriot State) getragen. Die Türkische Republik Nordzypern wäre aufgelöst worden. Die Flaggen von Nordzypern und von Südzypern, die nach internationalem Gesetz (die Flagge wurde 1960 erstellt) die gesamte Insel zeigt, wäre Geschichte.

Auf Grund der Ablehnung des Annan-Plans im südlichen Teil (76% der Grichisch-Zyprioten stimmten gegen den Plan) trat Zypern am 1. Mai 2004 als ein geteiltes Land der EU bei. 65% der Einwohner des nördlichen Teils stimmten für eine Fusion der beiden Inselteile. Die Türkische Republik Zypern ist bis heute keine anerkannte Republik und bleibt weiterhin isoliert, was schwerwiegende politische und wirtschaftliche Konsequenzen für den Norden hat.

Am 9. Januar 2007 rissen die Türkisch-Zyprioten in Nicosia die sogenannte Lokmaci Barrikade ein, die seit 1967 ein Symbol der Teilung war, als „Zeichen des guten Willens“. Am 8. März 2007 beschädigten Griechisch-Zyprioten die Barrikade auf griechischer Seite. Während eines Treffens der Anführer der griechischsprachigen und türkischsprachigen ethnischen Gruppen, Dimitris Christofias und Mehmet Ali Talat, am 21. März 2008, einigten sich beide Seiten auf den Beginn sofortiger Verhandlungen über die Wiedervereinigung der Mittelmeerinsel. Seit dem 23. April 2003 ist es an mehreren Grenzübergängen auf der Insel möglich, von einem Teil in den anderen zu gelangen.

Doch kam es bisher nicht zur Wiedervereinigung Zyperns. In den letzte neun Jahren hat sich die Situation auf der Insel verändert. Die Wirtschaft der Republik Zypern befindet sich in einer Krise, während Nordzypern einen Aufschwung erfährt – die Fakten sprechen für sich, das BIP pro Kopf hat sich in der Türkischen Republik Nordzypern verdreifacht, die Währung ist stabil und die Arbeitslosigkeit ist gesunken.

Der Tourismussektor wird merklich stärker – er hat sich verdoppelt. Außerdem weitet sich das System der Hochschulbildung im Norden der Insel aus, was zu zu einer bedeutenden Anzahl neuer Universitäten führte, die mehr als 30 000 Studenten aus aller Welt aufnehmen.

Ein weiteres Großprojekt, das die Lebensqualität des türkischen Teils erhöhen soll, ist der Bau von Wasser Pipelines durch das Mittelmeer. Das Projekt wird Wasser vom Süden der Türkei nach Nordzypern leiten, wo eine neues Speicher- und Verteilungsnetz die Frischwasserknappheit beenden wird. Durch die Lösung des historischen Wasserproblems wird nicht nur der Landwirtschaft neues Leben eingehaucht, sonder es wird erwartet, dass auch andere Wirtschaftszweige davon profitieren werden.

 

Durch Veränderungen in TRNC steht nichts mehr zwischen Frieden von Süd und Nord

Es ist offensichtlich, dass eine Vereinigung heute wirtschaftlich deutlich sinnvoller wäre als im Jahr 2004, als der Unterschied zwischen der Türkischen Republik Nordzypern und der Republik Zypern noch doppelt so groß war wie jetzt. Eine Wiedervereinigung ist mit Sicherheit leichter zu bewältigen, wenn die Schere zwischen den beiden Wirtschaften nicht so groß ist und eine Umverteilung und ein Ausgleich nicht unbedingt notwendig sind. Außerdem könnte eine Wiedervereinigung auch eigene, neue wirtschaftliche Vorteile mit sich bringen.

Darüber hinaus wurden im letzten Jahr bereits zahlreiche Veranstaltungen und Organisationen ins Leben gerufen, so wie „Peace it together“, ein Netzwerk von zivilgesellschaftlichen Partnern, deren Ziel es ist, die zypriotische Zivilgesellschaft in ihren Friedens- und Wiedervereinigungsbemühungen zu unterstützen.